Kennst du dieses Gefühl?

Du hast eine neue Projektidee, die dich total begeistert. Du stürzt dich mitten hinein ins Abenteuer, machst Pläne, entwickelst neue Produkte oder Angebote und bist so richtig “drin”.

Schlafen, Essen und alle anderen Alltagsaufgaben werden plötzlich nebensächlich. Du würdest am liebsten 24 Stunden am Tag mit deinem neuen Projekt verbringen. Du fühlst dich kraftvoll, energiegeladen (trotz zu wenig Schlaf), bist voller innerem Feuer und so richtig tief im Flow. Es fühlt sich an wie ein Rausch und du genießt es in vollen Zügen.

Und du strahlst dieses Gefühl auch nach außen aus. Neue Kooperationspartner und Kunden laufen dir plötzlich und “zufällig” über den Weg, du bekommst viel Lob und positives Feedback, wirst sichtbarer, zeigst dich und alles geht dir leicht und mit Freude von der Hand.

Es kann aber auch sein, dass du dieses intensive Gefühl auf eine ganz andere Art und Weise erlebt hast.

Vielleicht hast du eine ganz besondere Erfahrung gemacht. Vielleicht hast du einen Menschen kennengelernt, ein Buch gelesen, das dich inspiriert hat, eine lange Reise gemacht, bei der du mehr zu dir selber gefunden hast. Vielleicht war es auch etwas ganz Anderes, was dich innerlich berührt, bewegt und aufgerüttelt hat und was dir das Gefühl von grenzenlosem Flow und Verbundenheit mit dir selbst gegeben hat.

Aber was auch immer es war – du hast den Rausch, das Feuer, die Leidenschaft und Begeisterung gespürt und tief in dir hat sich dadurch etwas verändert.

 

Doch dann fängt das Gefühl irgendwann an, sich zu verändern.

Die riesige Flow-Welle, die du reiten durftest, ebbt ab. Der Alltag mit all seinen Verpflichtungen und Aufgaben und mit dem, was du meinst tun zu müssen, holt dich wieder ein. Du machst weiter, wie bisher, aber irgendwie fühlt es sich nicht mehr richtig an.

Du siehst dein Leben, deine Prioritäten, deine Projekte, dein Business und deine Zeit plötzlich mit ganz anderen Augen. Manches hat noch immer Bestand, aber da ist auch Vieles, von dem du spürst, dass es in dir nach Veränderung schreit.

Und dann macht sich ein Gefühl der Unsicherheit und der Fragen breit.

War denn alles falsch, was ich mir bisher aufgebaut habe? Was will und soll ich mit dem Neuen, das da in mir wächst (und von dem ich noch gar nicht so richtig weiß, wie es eigentlich aussieht) anfangen.

Soll ich es in mein bestehendes System integrieren? Oder alles über Bord werfen, die Uhr auf Null stellen und noch einmal ganz von vorne anfangen?

An diesem Punkt wird es Zeit für eine Neuausrichtung.

Zeit, dir Zeit für dich zu nehmen. Zeit, die alten Pläne und Strukturen noch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Zeit, den Kompass neu auszurichten und eine neue Reiseroute zu entwerfen.

Aber wie konkret kann das gehen?

Ich will dir hier ein paar Punkte mitgeben, dir mir meinem letzten “Neuorientierungs-Zustand” geholfen haben. Vielleicht helfen sie ja auch dir.

 

1. Lass es zu

Ebbe und Flut sind die natürlichen Pole bei Wellen-Bewegungen. Das trifft auch auf Flow-Wellen zu. Lass es zu und nimm an, dass jetzt gerade halt mal Ebbe-Zeit ist. Bewerte nicht und denke nicht, es liegt an dir oder du machst etwas falsch. Lass einfach zu, was ist.

2. Nimm dir Zeit und Ruhe für dich

Nicht umsonst sagen wir “es arbeitet in mir”. Innere Arbeit ist auch Arbeit. Und die kostet Zeit, Kraft und Energie. Auch wenn es von außen so aussehen mag, als ob du nichts tust – du selber spürst und weißt es besser. Nimm dir in diesen Phasen viel Zeit für dich. Sage alle Termine, die du irgendwie absagen kannst, ab. Delegiere an Andere, was du kannst und schaffe dir so viele freie und ungestörte Zeitinseln wie möglich, um sie in Ruhe mit dir allein zu verbringen.

3. Schreib es dir von der Seele

Nimm dir in deinen Ruhephasen Notizbuch und Stift und schreib einfach alles auf, was dir durch den Kopf geht. Alle Fragen, Zweifel, Ängste, neuen Ideen, Überlegungen und Ansätze. Bewerte nichts und lass es einfach fließen. Dadurch, dass du die Dinge in dir auf Papier bringst, bekommst du ein wenig Abstand zu ihnen und kannst sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal in Ruhe betrachten.

4. Lass Bilder sprechen

Manchmal ist das Neue, das gerade in uns wachsen will, noch sehr diffus und noch nicht greifbar. Wir spüren nur, da verändert sich etwas. Oft können wir diese Veränderung aber noch nicht genau benennen. Mir hat in dieser Phase das Anlegen eines “Bilder-Buches” sehr geholfen.

Bilder sprechen eine andere Sprache, als unser Verstand. Sie erreichen unser intuitives Wissen, unser Gefühl. Und oftmals kann ein Bild das, was da gerade in uns ist, besser ausdrücken, als es Worte könnten. Mit einer intuitiven Bilder-Reise kannst du deinem diffusen Gefühl näher kommen und auf den Grund gehen – auf eine leichte, spielerische Weise – und so ein klareres Bild (im wahrsten Sinne des Wortes) von dir bekommen.

5. Frag dich selbst

Manchmal sind Fragen an dich selbst eine gute Möglichkeit, um dir und dem Neuen in dir auf die Spur zu kommen.

Folgende Fragen können dir bei deiner Neuausrichtung helfen:

 

– Was von dem, was ich bisher gelebt habe, finde ich immer noch gut und richtig?

– Was soll bleiben?

– Wovon möchte ich in Zukunft mehr in meinem Leben?

– Wovon möchte ich in Zukunft weniger?

– Was möchte ich gar nicht mehr? Was will ich loslassen?

– Welche Tätigkeiten / Dinge / Angebote / Produkte geben mir ein leichtes Gefühl?

– Was fühlt sich schwer in mir an?

– Was kann ich hinzufügen oder weglassen?

– Was fehlt noch, damit es sich rund anfühlt?

– Wen könnte ich um Hilfe und Unterstützung bitten?

Notiere dir diese Fragen und deine Antworten darauf am besten schriftlich. So kannst du neue Gedanken dazu immer wieder ergänzen.

6. Frag Andere

Manchmal sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht und das naheliegendste fällt uns nicht auf. Da kann es hilfreich sein, sich einen Blick von außen dazu zu holen. Vielleicht hast du schon eine Mastermind-Gruppe oder einen Erfolgsteam-Partner? Dann tausche dich mit ihnen aus, bring deine Fragen und Zweifel ehrlich zur Sprache und lass dich von den Einblicken und Gedanken anderer inspirieren. Auch Facebook-Gruppen sind eine gute Möglichkeit, um sich neue Anstöße und Anregungen zu holen und neue Perspektiven kennenzulernen.

Hier ein paar Gruppen, die ich selber als sehr hilfreich, wertschätzend und unterstützend erlebt habe:

 

Ideenhelden-Gruppe von Diana Grabowski

Online-Wunder-Weiber von Stephanie Kempe und Simone Weissenbach

Mein bestes Jahr von Susanne Pillokat-Tangen und Nicole Frenken

 

und nicht zuletzt natürlich meine beiden eigenen Gruppen, Dranbleiber und die Projekteria.

 

Nutz die Kraft der Gruppe, frag nach, tausch dich aus und lass dich inspirieren.

Was davon du dir annimmst, entscheidest ja letztendlich immer noch du selbst.

7. Sei geduldig mit dir

Dieser Punkt ist vermutlich oft der schwerste. Versuche nicht, dich zu einer Antwort oder Lösung zu drängen oder diese zu schnell herbeiführen zu wollen. Wenn etwas Neues in uns wächst, dann braucht das Zeit. Auch wenn es unbequem ist, diesen “Unflow-Zustand” auszuhalten – gib dir selber die Zeit für dein inneres Wachstum und sei geduldig mit dir.

 

VIEL FREUDE UND KRAFT FÜR DEINE NEUAUSRICHTUNG WÜNSCHT DIR